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Die Main-Schleuse in Gustavsburg
Die Schleuse Kostheim ist die verkehrsreichste im deutschen Wasserstraßennetz. Fast 28000 Schiffe, die rund 23,5 Millionen Tonnen Fracht geladen hatten, passierten sie im Jahr 2000. Um diese Ladung auf der Straße zu transportieren wären ca. 785000 LKW's notwendig gewesen.
Entwicklungsgeschichte: Früher zogen Pferde die Schleppkähne und Frachtsegler gegen den Strom den Main hinauf. Die Schiffe hatten wenig Tiefgang - was sie aber oftmals dennoch nicht davor bewahrte auf Sandbänke aufzulaufen.
Als dann die Dampfmaschinen ihre Kinderkrankheiten abgelegt hatten, wurden sie früh in Schiffe eingebaut. Auf dem Meer wurden sie damit unabhängig vom Wind, auf den Flüssen konnten sie ohne fremde Hilfe gegen den Strom antuckern. Die Schiffe wurden größer, transportierten mehr Fracht - und lagen wegen ihrer Schwere tiefer im Wasser. Bei den ständig wechselnden Wasserständen drohte immer die Gefahr aufzulaufen.
So kamen früh Überlegungen auf, die Flussbetten künstlich zu vertiefen. Mit Buhnen (die die Ginsheimer Krippen nennen) und Leitwerke versuchte man die Flüsse einzuengen, doch damit wurde nur eine Erhöhung des Wasserspiegels um 20 bis 30 Zentimeter erreicht.
Deshalb wurde im 19. Jahrhundert begonnen, ganze Flußabschnitte aufzustauen. Mit Stauwehren wurde der Wasserspiegel bis zu zwei Metern angehoben. Der Wasserstand ließ sich regulieren und selbst in der Niedrigwasserzeit konnte eine genügende Tiefe vorgehalten werden.
Diese Lösung wurde auch am Unterlauf des Mains umgesetzt. In den Jahren 1883 bis 1886 wurde der Fluß mit Hilfe von fünf Schleusen von der Mündung bis nach Frankfurt kanalisiert. Die erste Staustufe Kostheim, die damals gebaut wurde, erhielt eine Schleusenkammer, ein Nadelwehr staute den Fluss auf. Der Güterverkehr und die Personenschifffahrt auf dem Strom nahmen aber unablässig zu, und so wurde in den Jahren 1913 bis 1921 eine zweite Kammer dazugebaut. Doch auch damit konnte dem Bedarf nicht Rechnung getragen werden. So mussten zwei neue große Schleusenkammern gebaut werden.
Hunderte von Arbeitern waren rund fünf Jahre damit beschäftigt, die heutige Staustufe mit ihren drei Walzenwehren und den beiden riesigen Schleusenkammern zu bauen.
Bilder aus dieser Zeit geben einen Eindruck von der Größe: Die Menschen sind am Boden der enormen Baugruben winzig wie Ameisen, die Kräne wirken fast wie Spielzeug. Welch ungeheure Leistung vollbracht wurde, lässt sich an den Dimensionen der Schleusenkammern abmessen. Die Südkammer ist 339 Meter lang. Ihre Tore sind zwölf Meter breit, die größte Weite zwischen den langen Spundwänden beträgt 20 Meter. Wegen der Krümmung der Kammer ist sie aber nur bis zu 18 Metern belegbar. Noch um drei Meter länger ist die Nordkammer. Sie ist allerdings unterteilbar in eine Oberteilkammer mit 112 Meter Länge und einer Unterteilkammer.
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