Ginsheim-Gustavsburg

Bevölkerung (31.12.2003) : 16097
Fläche in ha (31.12.2003) : 1394 
Postleitzahl: 65462
Vorwahl (Ginsheim) : 06144
Vorwahl (Gustavsburg): 06134
Stadtplan
Luftbild Gustavsburg
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geschichtliche Entwicklung

Ginsheim-Gustavsburg

Die Gemeinde Ginsheim-Gustavsburg liegt im äußersten Nordwestzipfel des Landkreises Groß-Gerau. Heimatmuseum in Ginsheim Der Ortsteil Gustavsburg lag ursprünglich auf Kostheimer Gemarkung. 1816 wurde er von Kostheim losgetrennt und der Gemarkung Ginsheim zugeschlagen. Seither führt die Gemeinde den Namen Ginsheim-Gustavsburg. 1930 erfolgte die Eingemeindung nach Mainz. Rund 15 Jahre waren Ginsheim und Gustavsburg Mainzer Vororte, um dann mit der Einführung des Besatzungsstatus wieder abgetrennt und unter einheitlicher Verwaltung in den Landkreis Groß-Gerau eingegliedert zu werden.


Ginsheim

Das Altrheinstädtchen Ginsheim ist eine Frankensiedlung, doch haben Fundreste aus der La-Tène-Zeit zu der Annahme geführt, daß auch schon Kelten in der heutigen Ginsheimer Gemarkung gewohnt haben. Die erste urkundliche Erwähnung geht in das Jahr 1190 zurück. Damals war "Ginnenheim" ein Reichsdorf und zählte zu den kaiserlichen Gütern. Seine Schreibweise wandelte sich später zu "Gynnensheim". 1319 heißt der Ort "Gynsheim" und 1392 schließlich "Ginsheim".

Gegenkönig Wilhelm von Holland verpfändete 1248 das Reichsdorf dem Grafen Dieter von Katzenelnbogen. Die Herrschaften wechselten danach häufig, bis Graf Heinrich von Isenburg-Büdingen-Ronneberg das Gebiet des Amtes Kelsterbach, zu dem auch Ginsheim gehörte, im Jahre 1600 an den Landgrafen Ludwig V. von Hessen verkaufte, um es dem lutherischen Glauben zu erhalten. Die schöne evangelische Kirche, die man um die Mitte des 18. Jahrhunderts anstelle einer alten errichtete, fiel 1944 den Bomben zum Opfer. Erst zehn Jahre später erstand sie wieder neu. Seit 1954 hat auch die katholische Kirchengemeinde ein eigenes Gotteshaus.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde Ginsheim so stark verwüstet, dass es gegen Kriegsende fast entvölkert war. 

Die Ginsheimer der vergangenen Jahrhunderte waren Bauern, Fischer und Müller. Auf dem Rhein vor Ginsheim lagen noch zu Beginn diesesGeschichte des alten Krans am Altrheinufer Jahrhunderts zeitweilig 15 Schiffsmühlen vor Anker, zu denen die Bauern aus nah und fern das Getreide zum Mahlen brachten. Das Mühlengeschäft war ein einträglicher Erwerbszweig. Erst 1929 stellte die letzte Schiffsmühle den Betrieb ein; andere Mühlen, die sich mittlerweile auf dem Land sesshaft gemacht hatten, übernahmen das Geschäft. 

Insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg dehnte sich Ginsheim flächenmäßig stark aus und erfüllt heute, Blick durch die Bäume auf die Altrheinmündung gut ausgestattet mit den erforderlichen kommunalen Einrichtungen, als Arbeiterwohngemeinde im Vorfeld der umliegenden Großindustrie spezielle Aufgaben. Das idyllisch am Altrhein gelegene Städtchen ist im Laufe der Jahre zu einem vielbesuchten Erholungsgebiet geworden. Hauptanziehungspunkte sind die Anlagen längs des Altrheines und die dem Ort vorgelagerten Inseln Nonnenau, Langenau und Rabenwörth.

 


Gustavsburg

Gustavsburg verdankt seinen Namen und Ursprung dem Schwedenkönig Gustav Adolf, der nach seinem erfolgreichen Rheinübergang am 17. Dezember 1631 und der Einnahme der Stadt Mainz eine umfangreiche Festungsanlage an der Mündung des Mains in den Rhein erbauen ließ. Zeitweise wurden bis zu 1500 hessen-darmstädtische Bauarbeiter aus dem Ried und dem Odenwald herangezogen, um eine rasche Fertigstellung des Werkes zu ermöglichen. So erstreckte sich die Bauzeit der sechs sternförmig angelegten Bastionen und ihrer selbständigen Vorwerke, die allesamt aus Stein gebaut wurden, nur auf zwei Jahre.

Während der Bauarbeiten traten an mehreren Stellen Mauerreste römischen Ursprungs zutage. Nach zeitgenössischen Berichten wurden auch eine Reihe Altäre und Grabdenkmäler, zahlreiche Münzen und Gefäße gefunden. Pfahlroste einer Römerbrücke, unter Trajan erbaut, befinden sich noch heute im Flussbett des Mains und dokumentieren die strategische Bedeutung der Mainspitze zur Römerzeit.

Reichskanzler Axel Oxenstierna, der das Werk seines gefallenen Königs fortsetzte, erließ am 2. Dezember 1633 einen Schutz- und Freiheitsbrief für die neue "Realfestung und Stadt", deren "herrliche Situation und Commodität" bereits Gustav Adolf wahrgenommen hatte, und verlieh den Bewohnern und allen, die sich an dem neuen Platz ansiedeln wollten, ansehnliche Privilegien. Wie viele dem Ruf nach Gustavsburg folgten, ist nicht mehr festzustellen. Nach zwei harten Belagerungen durch kaiserliche Truppen wurde die Festung von den Schweden im Jahre 1635 aufgegeben und geräumt. Bis 1648 hielten sich noch französische Truppen auf, doch danach setzte ein stetiger Verfall ein.

Mit dem Bau der Eisenbahnbrücke über den Rhein oberhalb von Mainz entstand 1860 die "neue" Gustavsburg, nachdem bereits seit 1784 eine Gastwirtschaft am alten Gustavsburger Hafen und eine zweite seit 1836 bestanden. Aus dieser Ansiedlung mit zehn Einwohnern entwickelte sich im Zeitraum von rund hundert Jahren ein blühender Industrieort, der vor allem nach dem letzten Krieg große Anstrengungen machte, um die einem modernen Gemeinwesen übertragenen Aufgaben zu erfüllen. Der Kramer Klett Platz in Gustavsburg Die allgemeine städtebauliche Planung lässt erkennen, dass grundsätzlich eine aufgelockerte Bebauung mit eingestreuten Grünflächen angestrebt wird. 

Gustavsburg verfügt über äußerst günstige Verkehrsverbindungen, denn Bahn, Schiff und Auto schließen das gesamte Rhein-Main-Dreieck an die großen europäischen Verkehrswege an.Schleuse in Gustavsburg Die enge Beziehung zum Wasser findet im Gustavsburger Hafen ebenso ihren Ausdruck wie in der Mainschleuse "Staustufe Kostheim";, die in den achtziger Jahren des vorletzten Jahrhunderts als erstes Tor zum Main erbaut und nach dem letzten Krieg gründlich erneuert und modernisiert worden ist.

 

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